Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Das Stadtparlament lehnt den Kürzungsantrag von Heinz Loretini mit 17:12 ab. tb
Die Stadt Gossau wird den Walter Zoo weiterhin mit einem Betriebsbeitrag von 150'000 Franken im Jahr unterstützen. Ein Antrag von Heinz Loretini (FDP), den Beitrag der Stadt Gossau angesichts der schlechten Finanzlage auf 100'000 Franken zu senken, wurde mit 17:12 Stimmen abgelehnt.
Parlament Urs Allenspach (SVP) erklärte als Präsident der Vorberatenden Kommission, die VBK folge dem Antrag des Stadtrates, den Walter Zoo auch in den kommenden vier Jahren mit einem Betriebsbeitrag von 150'000 Franken zu unterstützen. Karin Federer, die Vorsitzende der Geschäftsleitung des Zoos, habe der VBK dargelegt, dass der Zoo mit der Realisierung des Masterplans 2040 selbsttragend werden soll. Das Besucheraufkommen soll von heute 275'000 auf 400'000 Gäste pro Jahr erhöht werden. Der Walter Zoo leiste gutes Standortmarketing, erbringe Bildungsleistungen, betreibe eine Pflegestation für Igel und Wildvögel und leiste einen Beitrag zum Artenschutz und der Biodiversität. Daher unterstütze die VBK den Betriebsbeitrag von 150'000 Franken pro Jahr. Allenspach schränkte allerdings ein, Teile der VBK würden angesichts der düsteren Finanzaussichten der Stadt für eine Kürzung auf 100'000 Franken plädieren.
Roger Pfister, Fraktionspräsident der Mitte, erklärte, seine Partei unterstütze den Antrag von VBK und Stadtrat, da der Zoo in vielerlei Hinsicht wichtig sei für Gossau. Die Unterstützung durch die Standortgemeinde sei auch eine Voraussetzung für die Ausschüttung von Geldern aus dem Lotteriefonds. Bei zukünftigen Investitionen des Zoos werde die Mitte-Partei aufgrund der Finanzlage der Stadt aber sehr zurückhaltend sein. «Wir nehmen die Zooführung beim Wort, dass Investitionen erst getätigt werden, wenn die Finanzierung steht», schloss Pfister. Florian Kobler, Fraktionspräsident der SP, sagte, die Stadt könne stolz sein auf den Zoo, der für eine positive Wahrnehmung von Gossau sorge. Kobler wies auch auf die regionale Wertschöpfung hin. Dass der Zoo beim Personal sparen oder die Eintrittspreise erhöhen müsse, lehne seine Partei ab. Matthias Ebneter, Fraktionspräsident der GLP-FLiG, meinte, der Betriebsbeitrag erscheine seiner Partei angemessen. Man müsse diesen in erster Linie als Standortmarketing verstehen. Angesichts der städtischen Unterstützung solle die Zooführung vergünstigte Eintrittspreise für alle Gossauerinnen und Gossauer prüfen, regte Ebneter an.
Heinz Loretini (FDP) sagte, Subventionen müssten immer wieder sorgfältig geprüft werden. Es werde argumentiert, es gehe um eine Weiterentwicklung des gemeinnützigen Auftrags. «Bisher habe ich keine Antwort erhalten auf die Frage, ob der Zoo einen solchen Auftrag hat», stellte Loretini fest. Angesichts der finanziellen Lage der Stadt beantrage er, den jährlichen Beitrag um 50'000 Franken zu kürzen. Sparen sei immer hart und es gebe bei jeder Position Gründe, warum man gerade hier nicht sparen dürfe. «Doch wir müssen damit anfangen», so Loretini. Pascal Brander erklärte, die SVP-Fraktion unterstütze den Antrag von Heinz Loretini. Es handle sich um einen Privatzoo und die Stadt unterstütze diesen seit vielen Jahren grosszügig. Doch für die Stadt sei es angezeigt, ihre Mittel auf die Kernaufgaben zu konzentrieren. Und eine Kürzung bedeute keine Abkehr von der Partnerschaft mit dem Zoo.
Ruedi Blumer (SP) befand, es wäre schlechte Politik, angesichts all der Leistungen, die der Zoo erbringt, hier «kleinbürgerlich zu sparen». Ausserdem setze eine Kürzung ein falsches Zeichen an die Regionsgemeinden, welche den Zoo ebenfalls mit Beiträgen unterstützen. Markus Rosenberger (SVP) erwiderte, alle anderen Gemeinden zusammen unterstützten den Zoo mit 75'000 Franken. Da könne bei einer Kürzung auf 100'000 Franken nicht von einem falschen Zeichen die Rede sein. Der Zoo sei finanziell gesund und nicht auf 150'000 Franken der Stadt angewiesen. «Partnerschaft ja, Automatismus nein: Das setzt das richtige Zeichen», so Rosenberger. Roger Pfister gab zu bedenken, dass der Beitrag an den Zoo nie an die Teuerung angepasst worden sei. Stadträtin Helen Alder erklärte, eine Streichung könne für den Zoo existenzbedrohend sein. Kürze die Standortgemeinde ihren Beitrag, könnten andere Gemeinden nachziehen. Verschiedene weitere Organisationen machten ihre Beiträge ebenfalls vom Engagement der Standortgemeinde abhängig. «Diese würden ihre Unterstützung nach der Kürzung vielleicht auch anders beurteilen», so Alder. Ausserdem seien die Jahresverluste der letzten beiden Jahre für den Zoo keine Lappalie.
Nach all diesen Voten für und gegen eine Kürzung des Unterstützungsbeitrags folgte die Abstimmung. Mitte, SP und GLP-FLiG setzten sich gemeinsam mit einer Stimme aus der FDP mit 17:12 durch und folgten dem Antrag von VBK und Stadtrat für eine Unterstützung in der Höhe von 150'000 Franken. In der Schlussabstimmung wurde dieser Antrag mit 20 Ja zu 3 Nein bei 6 Enthaltungen angenommen. So wird der Walter Zoo bis 2029 weiterhin mit jährlich 150'000 Franken durch die Stadt unterstützt.
Von Tobias Baumann
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