Ein vor kurzem pensionierter Lehrer hat mir geschrieben: Die Schulleistungen nähmen dramatisch ab. So habe eine Fünftklässlerin aus alteingesessener Schweizer Familie auf die Frage, was eine Pflanze zum Leben brauche, geschrieben: «ner stove». Sie meinte «Nährstoffe». Ein siebzehnjähriger Fachmittelschüler hielt fest, «dass die alt bewehrte Kunst des Briefe Schreibens in Vergessenheit gerät». Für diesen Schüler ist es wohl besser, wenn er nicht allzu viele Briefe schreibt …
Der Chef der Erziehungsdirektoren-Konferenz, Christophe Darbellay, gab in der «Tagesschau» bei «Lesen und Mathematik» den Schülern eine Note von 5 bis 5,3, also ein erfreuliches Ergebnis. Anders der Lehrer: In seinem Kanton erreichten nur 80 Prozent der Viertklässler die «Grundkompetenzen» im Lesen. Das heisst: Allein beim Jahrgang 2014 können 158 von 791 Schulkindern nicht lesen.
Dieser ehemalige Lehrer fragt mich, ob ich als Industrieller zufrieden wäre mit einer Produktion, bei der ein Viertel unbrauchbar ist. Die Antwort erübrigt sich. Und auch ein Kommentar auf Regierungsrat Darbellays euphorische Aussage. Schuld an dieser Entwicklung sei der «unsägliche Lehrplan 21». Verlotterung, wo man hinschaut!
Auch bei SRF-Meteo gebe es Ärgerliches. Man spreche vom Wetter «do uf de Realp», dabei ist das ein Dorf, nicht eine Alp. Es seien «Frösch, Lurch und Mölch underwägs»,
dabei gehören Frösche und Molche als Untergruppe zu den Lurchen (Amphibien).
Sogar die Economiesuisse habe, so der ehemalige Lehrer, «keine Ahnung von der Schweiz». Direktorin Monika Rühl sagte, man wolle «mit däne Schwiizerfahne zeige: Mir sind d’Schwiiz!» Im Hintergrund prangte eine rechteckige statt eine quadratische Schweizerfahne. Schade, dass
selbst unser Wirtschaftsdachverband verlottert.
E gfreuti Wuche
Christoph Blocher