Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Pendlerinnen und Pendler haben sich nach monatelanger Bauzeit am Bahnhof Herisau bereits daran gewöhnt, dass sie Umwege in Kauf nehmen müssen. Das ändert sich am Donnerstag: dann wird die neue Zentralunterführung eröffnet. Diese verbindet direkt die Gleise von Südostbahn und Appenzeller Bahnen.
Bahnhof Eiskalt zieht der Wind durch die Unterführung, in der noch vereinzelt Kabel aus den Wänden ragen. An jeder Ecke wird noch gebohrt und gehämmert – schliesslich muss zur Eröffnung der Unterführung am Donnerstag alles fertiggestellt sein. «Wie man hört, es wird gearbeitet – wir sind mitten in einer laufenden Etappe des Gemeindeprojekts. Nebst der Unterführung laufen gleichzeitig die Arbeiten für den Zentralplatz mit Zentraldach. Ende Oktober, Anfang November sollten wir damit fertig sein und werden damit einen weiteren Meilenstein erreichen», eröffnete Gemeindepräsident Max Eugster am Montag die Begehung am Bahnhof für die Medien. Auch die Rampe beim Zentralplatz, die derzeit noch nicht nutzbar ist, soll ab diesem Herbst wieder begehbar sein – noch ist der Zugang durch ein Gerüst blockiert. Nun sind aber ab Donnerstag beide Unterführungen für die Pendlerinnen und Pendler wieder fast unbeschränkt nutzbar. «Die Wege zwischen den Appenzeller Bahnen (AB) und der Südostbahn (SOB) sind wieder wesentlich kürzer und angenehmer», so Eugster. Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinde, Kanton Appenzeller Bahnen und SOB führten durch das Bauwerk. Benjamin Büsser, Baustellenleiter des Gemeindeprojekts bei der Perita AG, erläuterte, dass vor Eröffnung der Unterführung nun noch die Signaletik und Bildschirme montiert und taktile Linien auf den Boden kommen würden.
Die Verantwortlichen des Projekts nennen den Bahnhof Herisau «das Tor zum Appenzellerland». Das zeigt sich nun an den Betonwänden der Unterführung. In diese wurden Messingstränge eingelassen, welche die Bahnlinien der Region samt Stationen darstellen. Geschmiedet wurden diese von der Firma Franz Koster – Schmiede und Gestaltung GmbH. Koster war wichtig zu betonen, dass der Grossteil der Arbeiten von seinen Töchtern ausgeführt wurde. Die Idee zur Wand entstand bei Hosoya Schaefer Architects. «Wir haben eine Art Entdeckungsreise zusammengestellt. Alle installierten Signete stehen für Erlebnisse in der Region», sagte Markus Schaefer, Architekt und Mitgründer von Hosoya Schaefer Architects. Zudem solle die Gestaltung an die Geschichte der Eisenbahnen erinnern. Auch für Ramona Haag-Moser, Gesamtprojektleiterin SOB Personenunterführung Ost, Mittelperron und Nordseite, ist die Fertigstellung der Unterführung ein freudiges Erlebnis. «Das ist ein grosser Meilenstein, den wir mit der Eröffnung der Unterführung erreichen. Die Zentralunterführung ist der direkte Zugang zwischen der Südostbahn und den Appenzeller Bahnen, daher ist die Eröffnung sehr wichtig», sagt Haag-Moser. Für die Zugreisenden vereinfache das den Transfer enorm. Man habe während der Bauzeit grossen Wert darauf gelegt, zu informieren und alles gut auszuschildern. «Die Kundschaft war aber bereits an die Baustelle gewohnt, daher wurde das gut akzeptiert», so Haag-Moser. Der Bau der Unterführung erfolgte in drei Etappen – alles in allem zieht sie eine positive Bilanz. «Es lief gut – was es aber brauchte, war eine gute Koordination mit allen beteiligten Partnern. Der Ablauf musste detailliert aufeinander abgestimmt werden, das war die grösste Herausforderung», sagt Haag-Moser. Seitens SOB sei man nun stark im Bereich Mittelperron und Nordseite tätig. Bis im Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. «Ab Spätsommer soll auch das Gleis 3 wieder eröffnet werden», sagt sie.
Stefanie Rohner
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