Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Hermine Hartmann, Geschäftsführerin des Vereins GeKo. z.V.g.
Das Gesundheitswesen wird immer vielfältiger und spezialisierter. Für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen ist es manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Der Verein «Gesundheit Koordination» schafft hier Abhilfe: Er bietet im Appenzellerland eine kostenfreie, niederschwellige und neutrale Anlaufstelle für alle Menschen mit Unterstützungsbedarf bei Gesundheitsfragen.
Gesundheit Geht es um körperliche und mentale Gesundheit sind die Behandlungsmöglichkeiten vielfältig. Je nach Situation oder Bedürfnis ist es dann schwierig, auf eigene Faus herauszufinden, welches Angebot passt. Da setzt der Verein «Gesundheit Koordination» (GeKo) an. GeKo richtet sich an Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen, an deren Angehörige, aber auch an Fachpersonen, die Unterstützung bei der Suche nach bestehenden Dienstleistungsangeboten benötigen. Mit ihrem Netzwerk informiert und berät die GeKo über bestehende Angebote im Bereich Gesundheit, Pflege und Betreuung. Gegründet wurde der Verein im Januar, im August wurde die Arbeit aufgenommen. «Ich komme aus der Pflege und Pädagogik und bildete Pflegefachpersonen HF aus. Im Laufe der Zeit sind immer wieder Studierende und Patienten auf mich zugekommen und meinten, obwohl es viele Angebote gibt, sind diese nicht immer auf Anhieb zu finden», sagt Hermine Hartmann, Geschäftsführerin des Vereins GeKo. Ab diesem Zeitpunkt fand Hartmann, dass sich das ändern muss, damit die Menschen das finden, was sie brauchen. «Die Fachangebote bestehen, aber sie zu finden – je nachdem, welche Stichworte man eingibt – ist nicht immer einfach. Und man investiert viel Zeit, um dann auch noch das Richtige zu finden», so Hartmann.
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Häufig sei sie bei eigener Recherche auch auf Angebote gestossen, die nicht mehr aktuell, aber nach wie vor zu finden waren. Und genau da setzt der Verein an. «Kommt jemand zu mir, finden wir im Erst-gespräch heraus, welches Bedürfnis gesundheitlich da ist, welche Behandlungen gesucht werden bezienungsweise welche Herausforderungen bestehen und ich vermittle und koordiniere die Unterstützungsmöglichkeiten, indem ich in die Recherche gehe und den Klientinnen und Klienten ein Dokument abgebe, auf dem sie verschiedene, den Bedürfnissen angepasste mögliche Angebote finden», so Hartmann. Sie hat im Vorfeld dann bereits abgeklärt, ob das Angebot noch besteht, ob Platz für neue Patienten besteht und wer die Ansprechperson ist. «So haben unsere Klienten einen direkten Kontakt – Telefon, Mail und Website und entscheiden selbst, welcher der Vorschläge am besten passt», so Hartmann. Das sei auch dann besonders wertvoll, wenn jemand psychisch nicht gut aufgestellt ist.
«Da hat man teilweise nicht mehr die Energie, zwanzig und mehr Telefonate auf eigene Faust zu führen, nur um einen freien Platz oder das passende Therapieangebot zu finden», so Hartmann.
Viele Personen kommen, wenn sich die Situation schon zugespitzt hat. So werden Entlastungsangebote, Pflegedienste für Angehörige oder für ein medizinisches Problem gesucht. «Viele sind dann in einer persönlichen Notsituation. Und dann ist die Unterstützung sehr wertvoll», ist Hartmann sicher. Der Verein GeKo konnte seit Beginn im August auch schon für andere Instutitionen tätig werden – er wird also nicht nur für Privatpersonen tätig, sondern auch für Fachpersonal und Fachinstitutionen. Das könne eine Spitex, Pro Infirmis, ein Wohnheim oder ähnliches sein. «Erst kürzlich kam eine Fachperson auf mich zu, die händeringend nach einer Sitznachtwache suchte. Da komme ich auch ins Spiel», sagt Hartmann. Sie betont, dass gerade die pflegenden Angehörigen nicht vergessen werden dürfen. «Es ist so wichtig, dass sie gesund bleiben. Das Gesundheits-system kann das auf Dauer gar nicht stemmen, was die Angehörigen zusätzlich leisten. Oftmals braucht es nicht viel – aber es ist wichtig, dass sie Pausen machen können», sagt Hartmann. Dann wird für die Zeit, in der die Angehörigen diese Pause einlegen, jemand gesucht, der die Pflege und Begleitung übernimmt. Bei Bedarf übernimmt der Verein auch die Organisation eines individuellen Netzwerks – mit Leistungserbringern aus Pflege, Therapie, Sozialarbeit, Freiwilligenarbeit und anderen. «Da wir möchten, dass wirklich alle zu uns kommen können, ist unser Angebot für alle kostenlos.»
Die Rückmeldung von Institutionen und Fachpersonen seien sehr positiv. Die GeKo wird als sinnvolle Ergänzung für Patientinnen und Patienten gesehen. Hartmann achtet darauf, dass sie immer Angebote, die im Kanton Ausserrhoden bestehen, zuerst empfiehlt – besteht kein passendes Angebot, wird aber überkantonal gesucht. «Wir schicken auch niemanden weg, der nicht hier im Kanton lebt», sagt Hartmann. Sie betont, es geht vor allem darum, dass mit dem Angebot, niemand durch die Masche rutscht und allein dasteht. Im Kanton bestehe ein sehr ausgewogenes und breit aufgestelltes Gesundheitswesen. «Auch wenn es einen Platzmangel bei gewissen Angeboten gibt, findet sich in Zusammenarbeit mit bestehenden Anbietern immer eine Alternative», sagt Hartmann. Das Hauptproblem liegt für sie nicht in Versorgungslücken, sondern in der Auffindbarkeit. «Die Angebote von den Institutionen erweitern sich auch stetig – nur weiss man das nicht zwingend. Mit unserem Netzwerk, das wir pflegen, können wir aktuelle Informationen weitergeben», sagt Hartmann. Die GeKo befindet sich derzeit in der Aufbauphase eines Pilotprojekts, das drei Jahre lang andauert. Innert dieser Zeit und am Ende wird alles ausgewertet und geschaut, wie es weitergeht. «Das Angebot soll Bestand haben. Wir prüfen, wie es weitergeht», so Hartmann.
Stefanie Rohner
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