Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Edgar Bischof möchte in den Nationalrat. z.V.g.
Am 8. März entscheidet sich die Ersatzwahl für den Ausserrhoder Sitz im Nationalrat. Edgar Bischof (SVP) befindet sich mitten im Wahlkampf mit Jennifer Abderhalden (FDP).
Politik »Ich habe mehrere Motivationen, für den Nationalrat zu kandidieren», sagt Edgar Bischof, der die Nachfolge von David Zuberbühler antreten möchte. Er bringe eine grosse Erfahrung in der Politik, als Unternehmer, Verbandspräsident und Familienvater mit. «Diese Erfahrungen möchte ich gerne einbringen», so Bischof. Drei Wochen vor Zuberbühlers Rücktritt sei er gefragt worden, ob er sich die Kandidatur vorstellen könne und hat sich zwei Wochen Bedenkzeit gegeben. «Ich sprach mit meiner Familie und klärte mit den Firmen, die ich als Inhaber und Geschäftsführer leite, ob das möglich sein würde», so Bischof. Für den Nationalrat will er mindestens ein Pensum von 40 bis 50 Prozent aufwenden. «Wenn ich nicht gewollt hätte, hätte es andere Personen aus der SVP gegeben, die kandidiert hätten», meint Bischof.
Mit seinen 57 Jahren wolle er aber noch nicht an die Pension denken. «Ich will noch etwas bewegen und nun ist der richtige Zeitpunkt für diese Herausforderung.» Im Nationalrat würde er die parteiübergreifende Zusammenarbeit stärken wollen, mit dem bürgerlichen Block Mehrheiten schaffen. «Aktuell stelle ich mit Bedauern fest, dass die Kräfte in Bern nicht so gut zusammenarbeiten, wie es möglich wäre», so der SVP-Kandidat. Bischof bringt politisch die Tätigkeiten in der Finanzkommission (Fiko) Teufen, dem Kantonsrat Ausserrhoden, das Amt des Präsidenten der Fiko und das Parteipräsidium der SVP Ausserrhoden und das Amt des Präsidenten des Hauseigentümerverbandes (HEV) mit.
«In den 16 Jahren im Kantonsrat durfte ich sowohl die Fiko als auch andere Kommissionen präsidieren. Dort wird die Politik gemacht und parteiübergreifende Kompromisse gesucht.», meint Bischof. So würde er denn auch in Bern in Kommissionen wollen, um dort mitzuarbeiten. «Ob es während der laufenden Legislatur möglich ist, ist unklar, auf lange Sicht möchte ich aber gerne in zwei, drei Kommissionen sein.» Für den Zeitpunkt und die schnelle Aufstellung eines Kandidaten wurde die SVP von diversen Seiten kritisiert. Man habe extra kurzfristig kommuniziert. Bischof sagt, es sei dennoch für alle genügend Zeit da gewesen, Kandidierende zu stellen. «Als Partei muss man wie als Unternehmer immer parat sein und in Alternativen denken, dann wird man nicht überrascht.» Auch die übrigen Parteien haben drei Monate Zeit bis zum Wahlgang vom 8. März. «Wer seine Planung im Voraus macht, ist auf Kurzfristiges gefasst», ist Bischof sicher.
Für die Zeit im Wahlkampf sind Podien angesetzt. «In meinem Kalender habe ich rund 20 Podien eingeschrieben. Auch sonst bin ich mittendrin. Jeden Tag bin ich morgens und abends unterwegs, um Biberli zu verteilen und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen», sagt Bischof. Die Leute seien oft gesprächsoffen, wobei die Zurückhaltung morgens noch grösser sei. «Es gibt natürlich auch welche, die weder Biberli noch Gespräch wollen von mir, aber grossmehrheitlich erlebe ich das sehr positiv», meint Bischof. Für den Wahlkampf wurde ein Vorstellungsvideo des Kandidaten und mehrere Videos zu diversen politischen Themen erstellt. «Nach dem Wahlauftakt auf dem Obstmarkt folgen die Wochenenden darauf noch Begegnungen mit der Bevölkerung in Heiden und Teufen. Vom Wahlkampf wünscht er sich, dass man fair miteinander umgeht. «Es ist unser beider Wunsch, die Fairness im Vordergrund zu halten, das haben wir uns versprochen. Auch wenn wir politische Unterschiede aufweisen, geht es darum, über diesen zu stehen», so Bischof. Sollte er gewählt werden, will er sich vier Schwerpunkte setzen: Finanzen, Gesellschaft, Sicherheit und Wirtschaft. «Es ist wichtig, die Schuldenbremse einzuhalten und neue Aus- und Aufgaben stets kritisch zu prüfen. Auch finde ich, dass der Ausbau der Bundesverwaltung gestoppt werden sollte», so Bischof. Bei der Sicherheit ist er der Meinung, dass man die Milizarmee ausbauen und ihr Sorge tragen müsse.
«Es gilt zudem, eine hohe Ernährungssicherheit mit einer produzierenden Landwirtschaft zu erreichen – das Einkommen der Bauern stagniert. Ebenso gilt es, die inländische Energieversorgung auszubauen», meint Bischof. Dabei denkt er an einen «massiven Ausbau der Wasserkraft» und den weiterhin sicheren Betrieb der bestehenden Atomkraftwerke, sowie der Ausbau von erneuerbaren Energien. «Es ist ein Zusammenspiel von allen Energiequellen nötig, um die Abhängigkeit vom Ausland zu reduzieren.» Nebst aktuellen Thematiken ginge es auch darum, den kommenden Generationen keine Schulden zu hinterlassen. «Das sollte ihnen nicht aufgebürdet werden. Die AHV muss nachhaltig gesichert und dabei eine weitsichtige Politik verfolgt werden. Für die Wirtschaft brauche es gute, weltweite Handelsbeziehungen und die KMU bräuchten gute Rahmenbedingungen. «Dort muss es unbedingt zu einem Abbau der Bürokratie kommen. Daher bin ich gegen die Individualbesteuerung, das ist für Ausserrhoden nicht zielführend», meint er. Ansonsten gäbe es in Ausserrhoden weitere Themen, die er in Bern thematisieren mag. Dazu würden auch die Gesundheitskosten gehören. «Bislang hat man noch keine Lösung gefunden, aber wir müssen dafür sorgen, dass Gesundheit für alle bezahlbar bleibt. Dafür braucht es aber auch die Verantwortung der Bürger, nicht mit jeder Lappalie in den Notfall zu gehen», betont Bischof. Zuberbühler war rund zehn Jahre im Nationalrat. Was würde Bischof anders machen wollen? «Seine hohe Präsenz habe ich bewundert. Das würde ich auch so handhaben wollen. Allerdings würde ich in mehr als einer Kommission einen Sitz innehaben wollen. Und was ich wichtig finde: Weiter im Kanton präsent sein und mit der Bevölkerung in Kontakt bleiben. Das ist nicht nur vor Wahlen wichtig, es ist Teil der Aufgaben.»
Stefanie Rohner
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