Die schönsten Fussballstadien der Welt in einem Buch
Von Bern bis Buenos Aires, von Rio bis Tokio zeigt «Der Weltatlas der Fussballstadien», wie unterschiedlich die Bühnen des Fussballs sind.
Das Buch «Der Weltatlas der Fussballstadien» zeigt Fussballplätze auf der ganzen Welt. Dabei geht es nicht nur um riesige Stadien, die beinahe einen eigenen Stadtteil ausmachen. Es geht auch um Fussballplätze, die an schöneren und spektakuläreren Orten nicht sein könnten. Bild: pd
Von Bern bis Buenos Aires, von Rio bis Tokio zeigt «Der Weltatlas der Fussballstadien», wie unterschiedlich die Bühnen des Fussballs sind.
Fussball Ein Fussballstadion kann eine riesige Arena aus Stahl und Glas sein, ein historischer Platz mitten
in einer Stadt oder ein kleiner Fussballplatz zwischen Wohnhäusern. Genau diese Vielfalt zeigt John Gillards «Der Weltatlas der Fussballstadien». Das 2026 erschienene Buch stellt 1000 Stadien aus aller Welt vor und verbindet Fotografien, historische Informationen und Geschichten. Auf 336 Seiten führt der Atlas durch die Fussballkultur der verschiedenen Kontinente.
Die Schweiz im Weltatlas
Im Atlas finden auch vier Schweizer Stadien Beachtung. Eines vorweg: das «Berit Sitterstadion» in St. Gallen gehört nicht dazu.
Der «St. Jakob Park» in Basel gehört aber zu den bekanntesten Fussball-arenen des Landes. Das von
Herzog & de Meuron entworfene Stadion wurde 2001 eröffnet und ist die Heimstätte des FC Basel. Das grosse, weit auskragende Dach und die markante Fassade machen das «Joggeli» zu einem wichtigen Teil des Basler Stadtbilds.
In Bern steht das «Wankdorf» für einen der berühmtesten Momente der Schweizer Fussballgeschichte. Im alten Stadion fand 1954 das WM Finale zwischen Deutschland und Ungarn statt. Deutschland gewann 3 : 2. Das heutige Stadion wurde 2005 eröffnet und steht am gleichen historischen Ort. Der Name «Wankdorf» erinnert damit weiterhin an das Wunder von Bern.
Jünger sind die Stadien in Lausanne und Luzern. Das «Stade de la Tuilière» wurde 2020 eröffnet und bietet rund 12 000 Zuschauern Platz. Die Tribünen liegen nahe am Spielfeld, vier erhöhte Ecken prägen den Bau. Die «Swissporarena» in Luzern entstand auf dem Gelände der alten Allmend und wurde 2011 eröffnet.
Die vier Stadien zeigen unterschiedliche Kapitel des Schweizer Fussballs. Basel steht für grosse Cluberfolge, Bern für WM-Geschichte, Lausanne für modernen Stadionbau und Luzern für den Wandel eines traditionsreichen Sportgeländes.
Fussballplätze als Wahrzeichen
Aber besonders spannend wird der Atlas dort, wo das Stadion selbst zur Sehenswürdigkeit wird. In Buenos Aires steht mit dem «Estadio Alberto José Armando», besser bekannt als «La Bombonera», eines der berühmtesten Stadien Südamerikas. Das Stadion der «Boca Juniors» liegt im Stadtteil La Boca und ist für seine steilen Tribünen und die Nähe zum Spielfeld bekannt.
Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich «El Monumental», die Heimat von «River Plate». Das Stadion ist deutlich grösser und war Schauplatz des WM Finals 1978. In La Paz wird wiederum die geografische Lage zum Teil des Fussballs. Das «Estadio Hernando Siles» liegt auf über 3500 Metern über Meer.
In Rio de Janeiro findet sich ein ganz anderer Spielort. Der «Tavares Bastos Favela Platz» liegt mitten in der Favela. Hier ist der Fussballplatz nicht von einer grossen Arena umgeben, sondern direkt in die Wohnumgebung eingebettet.
Auch Florenz zeigt, dass Fussball nicht zwingend ein modernes Stadion benötigt. Auf der «Piazza Santa Croce» wird der «Calcio Storico» gespielt, eine historische Mischung aus Fussball, Rugby und Ringkampf. Der zentrale Platz verwandelt sich dabei in eine Sportarena.
Die grossen Arenen Europas
Zu den bekanntesten Stadien im Buch gehören das «San Siro» in Mailand, das «Stadio Diego Armando Maradona» in Neapel, das «Camp Nou» in Barcelona und das «Santiago Bernabéu» in Madrid.
Das «San Siro» ist seit Jahrzehnten die Heimat von Inter und AC Milan. Seine Türme und die übereinanderliegenden Tribünen machen es zu einem der markantesten Stadien Europas. In Neapel erinnert der Name des Stadions an Diego Armando Maradona, der den SSC Napoli zu zwei Meistertiteln führte.
Das «Camp Nou» steht für die Geschichte des FC Barcelona. In Madrid zeigt das «Santiago Bernabéu», wie sich ein klassisches Fussballstadion verändern kann. Der umfassende Umbau mit neuer Aussenhülle und verschliessbarem Dach hat das Erscheinungsbild der Arena stark verändert.
Auch die «Allianz Arena» in München gehört zu den auffälligsten modernen Stadien. Ihre Fassade besteht aus beleuchtbaren Membrankissen. In London setzt das «Tottenham Hotspur Stadium» auf modernste Technik. Das 2019 eröffnete Stadion verfügt unter anderem über ein ausfahrbares Fussballfeld.
In Marseille steht mit dem «Stade Vélodrome» eine weitere grosse Arena. Das Stadion wurde für die Europameisterschaft 2016 umfassend umgebaut und erhielt sein markantes, weit ausladendes Dach.
Megastadion oder Bolzplatz
Der Atlas beschränkt sich jedoch nicht auf die bekannten Fussballtempel. Das «Providence Park» in Portland steht für die enge Verbindung zwischen Stadion und Stadt. Das «Mercedes Benz Stadium» in Atlanta dagegen ist ein Beispiel für den technisch aufwendigen Stadionbau: Das Dach lässt sich öffnen und schliessen und erinnert in seiner Form an eine Blüte.
Das «Aztekenstadion» in Mexiko Stadt gehört zu den wichtigsten Fussballstadien der Welt. Hier wurden 1970 und 1986 zwei WM Finals ausgetragen. Pelé und Diego Maradona gewannen dort mit Brasilien beziehungsweise Argentinien den Weltmeistertitel.
Das «Nelson Mandela Bay Stadium» in Gqeberha – ehemals Port Elizabeth – entstand für die Weltmeisterschaft 2010. Seine auffällige Dachkonstruktion erinnert ebenfalls an eine Blüte und macht die Arena zu einem Wahrzeichen der Stadt. Noch ungewöhnlicher sind der «Adidas Futsal Park» in Tokio und das «Pelé Stadium» auf den Malediven. In Tokio wird Fussball auf engem Raum in einer dicht bebauten Metropole auf dem Dach eines Hochhauses gespielt. Auf Mahibadhoo liegt der nach Pelé benannte Fussballplatz direkt am Indischen Ozean. Der ehemalige «Mahibadhoo Football Ground» wurde 2023 zu Ehren der brasilianischen Legende umbenannt.
Die St. Galler Nachrichten verlosen 3 x 1 Exemplar «Der Weltatlas der Fussballstadien». Um teilzunehmen, senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff «Fussballstadien», Ihrem Namen, Adresse und Telefonnummer an: gewinn@st-galler-nachrichten.ch
Von Marino Walser
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