Karin Jung
verlässt das Amt für Wirtschaft und Arbeit nach sieben Jahren.
Max Höning und seine Kollegen verlieren zum Saisonauftakt gegen Wacker Thun. Heute Abend steht in Basel bereits das nächste Spiel auf dem Programm. Stefan Risi
Die Ostschweizer Handballclubs aus der Nationalliga blickten vergangene Woche an einer gemeinsamen Pressekonferenz auf die bevorstehende Saison voraus. Brühl strebt den Meistertitel an, St.Otmar möchte die gute Entwicklung der zweiten Saisonhälfte fortsetzen und Fides und Fortitudo Gossau wollen nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.
Handball «Der Verein hat kein offizielles Saisonziel kommuniziert, aber wir möchten an die gute Entwicklung der letzten Saison anschliessen», erklärte Tobias Wetzel im Gespräch mit Marco Ellenberger, der als Leiter Kommunikation beim TSV St.Otmar durch die Medienkonferenz führte. Wetzel ist in diesem Sommer nach vier Jahren in Dänemark zu seinem Stammverein zurückgekehrt. «Im Verein hat sich vieles zum Guten verändert in den Jahren, in denen ich weg war. Die Mannschaft ist auch einiges jünger als früher», sagte Wetzel. Andrin Dörwaldt steht für diese junge St.Galler Mannschaft. Gemeinsam mit seinen beiden Clubkollegen Noah Bolt und Moritz Heinl durfte er im August mit der Schweizer Nationalmannschaft die U19-WM in Ägypten bestreiten. Trotz anfänglichen Magendarmproblemen im Team blickte Dörwaldt auf ein gelungenes Turnier und ein besonderes Erlebnis zurück: «Wir erreichten Rang 11, was sportlich zufriedenstellend ist. Neben dem Platz besuchten wir beispielsweise die Pyramiden von Gizeh.» Sich mit den weltbesten Spielern ihres Alters zu messen, habe ihnen gezeigt, welche Fortschritte sie noch machen müssten. Matthias Schlageter, St.Otmars neuer Geschäftsführer, verwies auf das aufgefrischte Logo und die neue Webseite des St.Galler Traditionsvereins. Ausserdem erklärte er die Funktionsweise des Videobeweises, der Schiedsrichtern neu auch auf nationaler Ebene die Möglichkeit gibt, einzelne Szenen am Bildschirm vor Ort in der Halle nochmals zu betrachten. Trotz der Zuversicht der Akteure missglückte St.Otmar der Saisonstart am Sonntag. Das Heimspiel gegen Wacker Thun ging mit 28:32 verloren, obwohl die St.Galler mehrheitlich und zwischenzeitlich mit vier Treffern Vorsprung in Führung lagen.
Für die Brühlerinnen sprachen Trainer Raphael Kramer und Spielmacherin Leonie Arpagaus über die sportlichen Ziele. Kramer erklärte, sein Team habe gewichtige Abgänge zu verkraften. Doch der Playoff-Modus verschaffe dem Team etwas Zeit, um sich zu entwickeln. Sein Hunger sei trotz Meistertitel keinesfalls gestillt und im Frühling wolle man wieder bereit sein, um die nächsten Titel zu holen. Als stärksten Gegner sieht Kramer GC Amicitia Zürich. Das Duell mit den Zürcherinnen wird auch im Europacup stattfinden, treffen doch die beiden Schweizer Teams in der 2. Qualifikationsrunde zur European League aufeinander. Auf den Sieger wartet mit Zagreb ein starker Gegner. Zu den Ambitionen auf europäischer Ebene sagt Kramer: «Mittel- bis langfristig wollen wir uns für die Gruppenphase qualifizieren. Natürlich braucht es dazu auch Losglück. Aber auch wenn der Gap gross ist, müssen wir dieses Ziel irgendwo im Hinterkopf haben.» Leonie Arpagaus wird als Spielmacherin Laurentia Wolff ersetzen, die in die Bundesliga weitergezogen ist. Sie werde ihr Bestes geben und in die Rolle hineinwachsen, schliesslich spüre sie das Vertrauen der Mitspielerinnen und der Trainer. Vertrauen hat Kramer auch in sein neues Torhüterduo, das nach den Rücktritten von Manuela Brütsch und Sladana Dokovic in grosse Fussstapfen treten muss. Kramer zeigt sich überzeugt, dass Brühl mit Norah Kothen, die von Borussia Dortmund zu Brühl stiess, und Denise Kaufmann, die aus Dornbirn nach St.Gallen kam und in diesem Jahr erstmals für einen Lehrgang des Österreichischen Nationalteams aufgeboten wurde, über ein sehr gutes Duo zwischen den Pfosten verfügt. Das bestätigte sich zum Saisonauftakt. Brühl gewann am Samstag das Auswärtsspiel bei Aufsteiger Aargau Ost ungefährdet gleich mit 34-18.
Der SV Fides erklärt aus sportlicher Sicht den Klassenerhalt zum Ziel in seiner zweiten Saison nach dem Aufstieg in die Nationalliga B. Doch gemäss Trainer Julian Rauch geht es auch darum, handballerisch und strukturell Fortschritte zu machen, um Fides langfristig in der NLB zu etablieren. Eine Lehre aus der Premierensaison sei, dass man sich breiter aufstellen müsse, da der Verschleiss in der NLB höher ist als in der 1. Liga. Präsident Roger Mayer betont, Fides wolle seinen Teil zum Leistungssport in der Stadt beitragen und die intensive Zusammenarbeit mit St.Otmar weiterführen. Wie St.Otmar startete Fides mit einem Heimspiel in die Saison. Am Freitag empfingen die St.Galler die SG GS/Kadetten Espoirs und siegten gegen das Nachwuchsgefäss des Schweizer Meisters mit 32:24 deutlich.
Ein Ligakonkurrent von Fides ist der TSV Fortitudo Gossau, der nach nur einem Jahr wieder zurück in der Nationalliga B ist. Präsident Franz Würth hob die Bedeutung des Aufstiegs für den Verein und die Nachwuchsarbeit hervor und erinnerte daran, dass auch die zweite und die dritte Mannschaft aufgestiegen sind. Trainer Daniel Stahl erklärte, er wolle seinem Team eine Winnermentalität vermitteln und eine Mannschaft entwickeln, die nicht primär gegen den Abstieg spielt. Dass bei Forti mit drei Zuzügen aus Kreuzlingen, die in der letzten Saison noch in der höchsten Liga gespielt haben, viel Qualität dazugekommen ist, verneinte Stahl nicht. Allerdings wies er darauf hin, dass aus seiner Sicht in der NLB das Teamgefüge wichtiger ist als die individuelle Qualität. Nun gehe es darum, die einzelnen Elemente zusammenzufügen. Zum Auftakt stand für Forti am Sonntag gleich die längste Auswärtsreise auf dem Programm. Die Gossauer unterlagen bei Chênois Genève Handball knapp mit 29:30.
Von Tobias Baumann
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