Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
So könnte eine künftige Wohnnutzung des Kinderspitalgebäudes aussehen.
Die Ortsbürgergemeinde St.Gallen will das Areal des Kinderspitals auf dem Grossacker in ein Wohnquartier transformieren. Die Liegenschaft, die per Anfang 2027 zurück an die Eigentümerin fällt, soll künftig nachhaltigen Wohnraum bieten. Aktuell läuft ein Mitwirkungsverfahren.
Grossacker Ziel ist es, die tragende Struktur des Spitals weitgehend zu erhalten und mit gezielten Eingriffen in zeitgemässen Wohnraum umzuwandeln. Rückbauten, Aufstockungen sowie ein neu gestalteter Innenhof und eine neue Aussenerschliessung sind vorgesehen. Vertiefende Studien des auf Transformationen spezialisierten Büros insitu zeigen, dass eine nachhaltige und ressourcenschonende Umnutzung möglich ist. Provisorische und später hinzugefügte Gebäudeteile – etwa die jüngste Intensivpflegestation – sollen hingegen zurückgebaut werden. Die Ortsbürgergemeinde arbeitet seit rund drei Jahren mit der Stadt St.Gallen und den umliegenden Grundeigentümerinnen und -eigentümern an der Entwicklung des Grossackerareals. Die Vision: ein gut erschlossenes Wohnquartier mit hoher Lebensqualität.
Das Ostschweizer Kinderspital zieht im zweiten Halbjahr 2026 in einen Neubau auf dem Areal des Kantonsspitals. Danach geht das Grundstück mit den bestehenden Gebäuden an die Ortsbürgergemeinde über. Die Gebäude wurden ursprünglich im Baurecht durch das Kinderspital errichtet. Da sich keine Nachnutzung gemäss der bestehenden Zonierung für öffentliche Bauten finden liess, kommt es zu einem vorzeitigen Heimfall. Die Ortsbürgergemeinde und die Stiftung Ostschweizer Kinderspital haben sich über die Rückübernahme einvernehmlich geeinigt. Für die damit verbundenen Rückbau-, Transformations- und Entwicklungsrisiken wird die Ortsbürgergemeinde von der Stiftung angemessen entschädigt. Nach dem Abschluss des Zonenplan- und Sondernutzungsplanverfahrens ist ein sogenanntes Varianzverfahren geplant. In diesem Wettbewerb sollen mögliche Baurechtsnehmende Konzepte erarbeiten, wie die bestehende Spitalstruktur weiterentwickelt werden kann. Die genaue bauliche Umsetzung wird anhand der eingereichten Projektideen entschieden. Die Ortsbürgergemeinde sieht in der geplanten Umnutzung nicht nur eine Chance zur städtebaulichen Aufwertung des Quartiers, sondern auch ein Modellprojekt für nachhaltige Transformation im Bestand.
pd
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