Karin Jung
verlässt das Amt für Wirtschaft und Arbeit nach sieben Jahren.
Laura Bucher.
Im Kanton St.Gallen haben Staat und Religionsgemeinschaften gemeinsam einen praxisnahen Kompass erarbeitet, der helfen soll, Machtmissbrauch im religiösen Umfeld zu verhindern. Ziel ist es, den Gläubigen ein sicheres Umfeld zur Ausübung ihres Glaubens zu bieten und betroffene Organisationen zu unterstützen.
Machtmissbrauch Im Kanton St.Gallen haben sich staatliche und religiöse Stellen zusammengeschlossen, um gegen Machtmissbrauch in religiösen Institutionen vorzugehen. Als Resultat dieser Zusammenarbeit wurde der «Kompass zum Umgang mit Machtmissbrauch im religiösen Kontext» entwickelt – ein Dokument, das klare Leitsätze und Massnahmen für Prävention, Intervention und Nachsorge bietet. Die Initiative geht auf eine Empfehlung des Kantonsrats zurück, die nach der Veröffentlichung des Berichts über sexuellen Missbrauch im katholischen Umfeld im Herbst 2023 eingebracht wurde. Seither hat das Departement des Innern zahlreiche Gespräche mit Religionsgemeinschaften und Fachstellen wie der Opferhilfe SG-AR-AI geführt. Ergebnis dieser Arbeit ist ein praxisnaher Orientierungsrahmen, der im Juni 2025 an einer Fachtagung vorgestellt wurde. Die St.Galler Regierung anerkennt die gesellschaftlich bedeutende Rolle religiöser Gemeinschaften, sieht jedoch die dringende Notwendigkeit, klare Strukturen gegen Machtmissbrauch zu schaffen. «Wir sind überzeugt, dass mit der Umsetzung der Empfehlungen des Kompasses das Risiko von Machtmissbräuchen generell gesenkt werden kann. Keine Präventionsmassnahme kann aber realistischerweise das Risiko auf Null senken und Missbrauch in jedem Fall verhindern. Dem Kanton und den Religionsgemeinschaften geht es darum, die Risiken nachhaltig zu verringern», so Regierungsrätin Laura Bucher. Besonders im Umgang mit Kindern sollen bei der Personalauswahl künftig genauere Überprüfungen stattfinden. Dazu zählt unter anderem die konsequente Einforderung von Strafregisterauszügen sowie Referenzauskünften mit Fokus auf grenzverletzendes Verhalten.
Der Kompass versteht sich als Instrument zur Orientierung, insbesondere für Leitungs- und Fachpersonen sowie freiwillige Mitarbeitende. Er bietet Hilfestellung beim Umgang mit Risikosituationen, bei der Begleitung von Betroffenen, bei der Aufarbeitung von Vorfällen und bei der kritischen Reflexion der eigenen Organisation. Gleichzeitig wird anerkannt, dass die Voraussetzungen in den verschiedenen Religionsgemeinschaften stark variieren – sowohl in Bezug auf Ressourcen als auch auf Strukturen. Die Massnahmen sollen langfristig eine beschwerdefreundliche Kultur fördern, die Betroffenen Gehör verschafft und präventiv wirkt. Entscheidend sei, dass der Kompass als Impuls für einen Kulturwandel verstanden werde. «Wichtig ist, dass Sensibilisierung, Verhaltenskodizes und gute Meldestrukturen nicht nur auf dem Papier existieren, sondern in den Gemeinschaften gelebt werden – von der Leitungsebene bis zum Ehrenamt», so Bucher.
sj
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