Karin Jung
verlässt das Amt für Wirtschaft und Arbeit nach sieben Jahren.
Visualisierung des geplanten HSG-Campus Platztor.
Mit dem Projekt «Tsumiki» entsteht bis 2032 ein neuer Campus der Universität St.Gallen im Herzen der Stadt. Der Gewinnerentwurf des Architekturwettbewerbs setzt auf Holzbauweise, Nachhaltigkeit und eine durchdachte Verbindung von Lern-, Arbeits- und Aufenthaltsräumen.
HSG Der neue Campus am Platztor nimmt konkrete Formen an. Das Projekt «Tsumiki» des Büros Graber Pulver Architektinnen hat den Architekturwettbewerb für sich entschieden. Der Entwurf überzeugte durch seine klare städtebauliche Integration und das Nachhaltigkeitskonzept. Bis zum Jahr 2032 soll auf dem derzeit brachliegenden Gelände ein Holzbau entstehen, der Platz für rund 3’000 Studierende und Mitarbeitende bietet. Der Bedarf an neuen Räumlichkeiten ist längst ausgewiesen. Derzeit nutzt die Universität rund 40’000 Quadratmeter an externen Standorten, verteilt über die ganze Stadt. «Dies ist nicht nur für die Studierenden, sondern auch für die Entwicklung der HSG suboptimal», sagt HSG-Rektor Manuel Ammann. Hinzu kommt, dass der Hauptcampus auf dem Rosenberg in den 2030er Jahren saniert werden muss. Der neue Standort am Platztor soll während dieser Zeit als Ausweichort dienen. «Es handelt sich beim Neubau nicht um ein Bauprojekt, mit dem wir unser Angebot erweitern. Er ist notwendig, um das aktuelle Angebot zu sichern», so Ammann.
Der siegreiche Entwurf «Tsumiki» versteht sich als nachhaltige Antwort auf die Anforderungen der Gegenwart – und als visionärer Blick in die Zukunft. Das Gebäude in modularer Holzbauweise ist so konzipiert, dass es wie eine kleine Stadt im grossen Haus funktioniert. Lehr-, Arbeits- und Aufenthaltsbereiche sind über kurze Wege verbunden, begrünte Terrassen schaffen Raum für Begegnung. Ein kleiner Park mit Sitzplätzen soll das Areal zusätzlich aufwerten. Das bestehende Kirchengebäude bleibt erhalten und wird zur künftigen Studentenbar umgenutzt. Die Bevölkerung hatte dem Neubau bereits 2019 zugestimmt und einen Kredit von 160 Millionen Franken genehmigt. Im Herbst 2023 hat der Kanton die Planung für das erste Projekt abgebrochen, weil sich dieses nicht wie gewünscht weiterentwickeln liess. In der Folge wurde das Verfahren neu ausgeschrieben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 207 Millionen, finanziert durch Kanton, Bund, Stadt und Universität. Laut aktuellem Stand lassen sich die geplanten Kosten einhalten. Mit dem Entscheid für «Tsumiki» startet nun die Phase der konkreten Projektentwicklung. Parallel dazu beginnt im September das Mitwirkungsverfahren für die Zonenplanänderung auf städtischer Ebene. Bis zur geplanten Eröffnung im Jahr 2032 steht noch viel Arbeit bevor – aber ein wichtiger Meilenstein ist erreicht.
sj
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