Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Die zweijährige Pilotphase des Waldkindergarten der Schule Boppartshof ist abgeschlossen - das Angebot wird fortgesetzt.
Der Waldkindergarten Boppartshof hat die zweijährige Pilotphase abgeschlossen und ist seit diesem Sommer fester Bestandteil der Primarschule. Eine Evaluation der Pädagogischen Hochschule Schwyz zeigt, dass das Angebot bei allen Beteiligten grossen Anklang findet – die Nachfrage übersteigt jedoch das Platzangebot.
Bildung Mit dem Start ins dritte Schuljahr ist der Waldkindergarten Boppartshof endgültig in den Normalbetrieb übergegangen. Das 2023 lancierte Pilotprojekt bleibt damit bestehen. «Ich bin sehr glücklich, dass wir mit dem Waldkindergarten Boppartshof ein innovatives Bildungsangebot geschaffen haben, mit dem wir naturnahes, bewegungsorientiertes und ganzheitliches Lernen ermöglichen», sagt Romana Müller, Schulleiterin der Primarschule Boppartshof. Die Nachfrage ist hoch: Obwohl die Zahl der Plätze von 18 auf 20 erhöht wurde, konnten nicht alle Kinder aufgenommen werden. «Wir mussten leider einigen Eltern, die ihre Kinder gerne in den Waldkindergarten geschickt hätten, eine Absage erteilen. Auf der einen Seite freut es uns, dass das Interesse so gross ist. Auf der anderen Seite ist es sehr schade für die Kinder und Eltern, die das Angebot gerne genutzt hätten», so Müller.
Die Pädagogische Hochschule Schwyz hat die Pilotphase evaluiert und Eltern, Kinder sowie Lehrpersonen befragt. Das Ergebnis: breite Zustimmung und hohe Zufriedenheit. Eltern lobten insbesondere das Lernen in der Natur, die Möglichkeit, mit allen Sinnen zu entdecken, sowie den respektvollen Umgang der Lehrpersonen. Ein Elternteil schrieb: «Wir werden immer wieder überrascht von der hohen pädagogischen Kompetenz der Kindergärtnerinnen.» Auch die gute Organisation, der funktionierende Transport und die enge Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen erhielten Bestnoten. Die Kinder äusserten sich vor allem positiv über das Draussensein, die Bewegungsfreiheit und ihre Lieblingsplätze im Wald – von der «Dreckrutschbahn» bis zur «Aschthüttä». Zwar störten sich einzelne an Zecken oder Mücken, insgesamt aber hoben sie die Naturerlebnisse und das gemeinsame Spielen hervor. Auch die Lehrpersonen zogen ein positives Fazit. Sie fühlten sich von der Schulleitung und den städtischen Stellen unterstützt und berichteten, dass die Kinder schnell ins freie, konstruktive Spiel fanden. Gleichzeitig wiesen sie auf organisatorische Herausforderungen hin, etwa die eingeschränkten Lagermöglichkeiten für Material. «Für uns war sehr wichtig, zu evaluieren, was wir die letzten zwei Jahre mit dem Waldkindergarten gemacht haben und Feedback von allen Beteiligten – sowohl Eltern als auch Kinder und Lehrpersonen – in diese Evaluation miteinzubeziehen», erklärt Schulleiterin Müller.
Wie es mit dem Waldkindergarten in St.Gallen weitergeht, ist offen. Stadtrat Matthias Gabathuler betont, dass die Stadt keine weiteren Angebote forcieren wolle, das grosse Interesse aber nicht übersehe. Eine Erweiterung sei daher nicht ausgeschlossen, konkrete Pläne gebe es derzeit jedoch nicht. Müller macht deutlich, dass eine Ausweitung vor allem von den verfügbaren Fachkräften abhängt: «Unsere Kindergärtnerinnen leisten grossartige Arbeit und zeigen ein riesengrosses Engagement. Ohne sie ginge es nicht. Wollen wir das Angebot erweitern, brauchen wir noch mehr Kindergärtnerinnen und Kindergärtner, die geschult sind und Motivation haben, diesen Einsatz zu leisten.» Damit bleibt der Waldkindergarten Boppartshof vorerst das einzige Angebot seiner Art in der Stadt St.Gallen – ein Angebot, das laut Evaluation und Rückmeldungen von Eltern, Kindern und Lehrpersonen bereits jetzt ein grosser Erfolg ist.
Selim Jung
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