Barockmöbel kehren ins Schloss Oberberg zurück
Historische Möbelstücke kehren nach über 200 Jahren zurück an ihren ursprünglichen Ort und werden am 26. April bei einer Führung gezeigt.
Das Schloss Oberberg in Gossau konnte nach 200 Jahren zwei alte Möbelstücke zurück erwerben. Bild: Selim Jung
Historische Möbelstücke kehren nach über 200 Jahren zurück an ihren ursprünglichen Ort und werden am 26. April bei einer Führung gezeigt.
Antiquitäten Im Schloss Oberberg in Gossau sind zwei bedeutende Möbelstücke aus der Barockzeit an ihren Ursprungsort zurückgekehrt. Es handelt sich um einen Schreibsekretär sowie eine Tisch-Stuhl-Gruppe, die einst für den Obervogt Johann Viktor von Thurn angefertigt wurden. Der Landvogt lebte zwischen 1728 und 1736 auf dem Schloss. Seit März 2026 befinden sich die kunstvollen Objekte wieder dort und ergänzen die historische Ausstattung des Gebäudes.
Die Möbel gelten als wertvolle Zeugnisse barocker Handwerkskunst. Besonders auffällig ist ein ovaler Tisch, der mit vier intarsierten Szenen verziert ist. Diese zeigen Alltagssituationen aus dem 18. Jahrhundert, darunter Tanz, Kartenspiel, eine Trinkrunde und eine Keilerei. Auch der dazugehörige Sekretär weist eine kunstvolle Einlegearbeit auf: Auf dem Deckel ist der Obervogt selbst bei der Schreibarbeit dargestellt. Die Darstellungen geben Einblick in das damalige Leben und illustrieren zugleich die Tätigkeit des Vogts.
Dass die Möbel heute wieder im Schloss stehen, ist einer besonderen Entwicklung zu verdanken. Nach dem Tod von Johann Viktor von Thurn gingen die Stücke an seine Tochter über. Über mehrere Stationen gelangten sie schliesslich in ein Frauenkloster bei Glattburg, wo sie über lange Zeit aufbewahrt wurden. Erst als die dortigen Benediktinerinnen ihr Kloster verlassen mussten und in die Innerschweiz umzogen, ergab sich für den Förderverein Schloss Oberberg die Gelegenheit, die Möbel zu erwerben. Damit konnten sie nach mehr als 200 Jahren an ihren ursprünglichen Standort zurückgeführt werden.
Die Rückkehr der Möbel wird im Rahmen einer öffentlichen Schlossführung thematisiert, die am Sonntag, 26. April, stattfindet. Dabei führt Dominik Eisenegger, Präsident des Fördervereins, durch die Räumlichkeiten und erzählt die Geschichte der Objekte. Neben den neuen Ausstellungsstücken erhalten die Teilnehmenden auch Einblick in weitere Bereiche des Schlosses, darunter die Kapelle und den Gerichtssaal. Weitere Führungen sind geplant.
sj
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