Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Simon Sigg, Stadtparlamentarier (Die Mitte) und Seelsorger der katholischen Kirchgemeinde Gossau, erkundigt sich beim Stadtrat, wie dieser die Situation in Bezug auf Obdachlosigkeit in Gossau beurteilt. Es würden sich vermehrt Personen an der Pfarrhaustür melden, die eine Schlafmöglichkeit suchen. Auch der Fondue-Stadel werde als Aufenthaltsort aufgesucht.
Interpellation «ln den vergangenen Nächten kam es wiederholt zu unbefugtem Betreten beziehungsweise Einbrüchen in den Stadel. Nach Wahrnehmung des Vereins steht dabei weniger Sachbeschädigung als vielmehr die Suche nach Unterschlupf und Wärme im Vordergrund», schreibt Simon Sigg in seiner Interpellation. Betrieben wird der Fondue-Stadel vom Verein «Für Gossau» mit Präsident Pater Andy Givel. Auch im Alltag von Seelsorgenden der Kirchgemeinde Gossau zeige sich diese Entwicklung. «Es melden sich vermehrt Menschen an der Pfarrhaustür mit der Aussage, sie verfügten über keinen Schlafplatz. ln Gesprächen wird zudem wiederholt darauf hingewiesen, dass die bestehenden Notschlafangebote in der Region insbesondere bei Kälte und Nässe stark ausgelastet seien», schreibt Sigg. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, ob und in welcher Form Obdachlosigkeit beziehungsweise akute nächtliche Notsituationen auch in Gossau zunehmen und welche Massnahmen seitens der Stadt vorgesehen oder bereits ergriffen worden sind.
Sigg erkundigt sich beim Stadtrat nach einer Einschätzung der Situation: «Wie beurteilt der Stadtrat die aktuelle Situation in Bezug auf Obdachlosigkeit beziehungsweise fehlende Schlafmöglichkeiten in Gossau, insbesondere in den Wintermonaten?» Weiter möchte er wissen, ob die Stadt über Erkenntnisse aus Sozialdiensten, Polizei oder anderen Stellen zur Anzahl von Personen verfügt, die in Gossau im Freien oder in provisorischen «Unterschlüpfen» übernachten. Auch nach den Anlaufstellen und Abläufen für Menschen ohne Schlafplatz in Gossau erkundigt sich Sigg. «Wie sind Zuständigkeiten und Triage insbesondere ausserhalb der Bürozeiten geregelt?», fragt der Stadtparlamentarier. Und weiter: «Welche Möglichkeiten zur kurzfristigen Notunterbringung bestehen in Gossau, insbesondere bei Kälte und Nässe?» Weiter regt Sigg die Prüfung eines Winter- oder Notfallkonzepts an, falls die jetzigen Möglichkeiten ungeüngend sind.
Sigg möchte vom Stadtrat weiter wissen, wie die Zusammenarbeit mit regionalen Angeboten und Nachbargemeinden organisiert ist, wenn Notschlafangebote ausgelastet sind oder Personen dort nicht aufgenommen werden können. Und schliesslich fragt er, welche präventiven Massnahmen zur Vermeidung von Obdachlosigkeit die Stadt verfolgt. «Wie geht die Stadt mit Situationen um, in denen Betroffene aus Not in private oder vereinsbetriebene Liegenschaften ausweichen und welche Unterstützung erhalten betroffene Betreiber? Sieht der Stadtrat in der geschilderten Entwicklung einen strukturellen Handlungsbedarf?», erkundigt sich Sigg ab-schliessend. ⋌sj
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