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hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Martina Uffer freut sich über die Wahl zur Parlamentspräsidentin und somit höchsten Gossauerin. Andrea Keller-Schamaun
Martina Uffer ist die neue Präsidentin des Gossauer Stadtparlaments. Im Interview spricht die Chiropraktikerin über ihr Amtsverständnis, persönliche Herausforderungen und die politische Kultur.
Martina Uffer, was bedeutet Ihnen die Wahl zur Parlamentspräsidentin und somit zur höchsten Gossauerin?
Die Wahl ist für mich eine grosse Wertschätzung und vor allem ein klarer Vertrauensbeweis – sowohl meiner Fraktion wie auch des gesamten Parlaments. Ich freue mich sehr darüber und nehme die Aufgabe mit Respekt und einer Portion Demut an.
Auf welchen Teil Ihrer neuen Aufgabe freuen Sie sich am meisten und weshalb?
Ich freue mich besonders darauf, das Stadtparlament nach aussen zu vertreten und Begegnungen mit Vereinen, Institutionen und der Bevölkerung zu pflegen. Mir ist wichtig zu zeigen: Politik ist keine Parallelwelt – wir sind ganz normale Menschen, die Verantwortung übernehmen. Wenn dabei das Interesse an der Politik ein wenig wächst, umso besser.
Was macht für Sie eine gute Parlamentspräsidentin aus?
Eine gute Parlamentspräsidentin führt die Sitzungen klar, fair und ruhig. Sie schafft Raum für unterschiedliche Meinungen, achtet auf Respekt und sorgt gleichzeitig dafür, dass wir effizient vorankommen – also für Diskussionen mit Substanz, aber ohne Endlosschleifen.
Haben Sie ein Motto für das kommende Jahr?
Ein offizielles Motto habe ich nicht. Aber das Bild aus meiner Antrittsrede begleitet mich: Ein Parlament sollte sein wie ein gut trainierter, ausbalancierter Körper – beweglich, belastbar und koordiniert. Und wenn es mal zwickt: lieber früh reagieren als spät therapieren.
2002 präsidierte bereits Ihre Schwester Claudia Meier-Uffer das Stadtparlament. Werden Sie sich Tipps holen oder liegt das zu lange zurück?
Grosse Schwestern geben ihren kleinen Schwestern Tipps manchmal auch ungefragt – das gehört fast zum Pflichtenheft (lacht). Im Ernst: Wir hatten bereits darüber gesprochen, vor allem über die Frage, ob ich mir das Amt zutraue. Ihr Rückhalt hat mir gutgetan – und einzelne praktische Hinweise nehme ich gerne mit.
Es ist aber schon etwas Besonderes: Sie sind die ersten Geschwister, die beide das höchste politische Amt in Gossau bekleiden …
Ja, das ist schon speziell – und wir freuen uns darüber. In unserer Familie wird Politik oft diskutiert, das Interesse ist also früh da gewesen. Am Ende ist es aber weniger «Familienrekord» als vielmehr: Wir leisten beide gerne unseren Beitrag für Gossau.
Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr gesetzt?
Mein Hauptziel ist ein reibungsloser Parlamentsbetrieb. Ich möchte, dass sich alle Ratsmitglieder fair behandelt, gehört und in ihrer Rolle unterstützt fühlen. Gleichzeitig soll der Ablauf klar und effizient sein – und ich sage es offen: Ich hätte nichts dagegen, wenn die Budgetsitzung dieses Jahr deutlich kürzer ausfällt als im letzten Dezember.
Was wünschen Sie sich dieses Jahr für die Politik in Gossau?
Ich wünsche mir eine konstruktive, sachliche Diskussionskultur über Parteigrenzen hinweg. Hart in der Sache, fair im Ton – mit dem gemeinsamen Ziel, Gossau weiterzubringen.
Wo sehen Sie für die Stadt Gossau in diesem Jahr die grössten Herausforderungen?
Die finanzielle Situation bleibt eine der grössten Herausforderungen. Es geht darum, Prioritäten sauber zu setzen und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit der Stadt zu sichern – ohne die langfristige Entwicklung aus den Augen zu verlieren.
Wo sehen Sie für sich persönlich die grössten Herausforderungen?
Die grösste Herausforderung wird sein, die Präsidialrolle mit den Terminen, meinem Beruf und meinem Privatleben gut zu koordinieren. Damit der «ausbalancierte Körper» nicht nur ein Bild bleibt, sondern auch in meinem Alltag funktioniert.
Interview von Selim Jung
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