Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Ok-Präsident Michael Götte blickt dem NOS zuversichtlich entgegen. tb
Am Sonntag findet das NOS erstmals seit 1950 wieder in St.Gallen statt. Die Vorbereitungen laufen auch Hochtouren. Von den rund 6'000 Sitzplätzen sind nur noch rund 140 verfügbar. Sportlich verspricht das NOS Hochspannung – auch wenn bei den Gästen die grossen Namen fehlen.
Schwingen 600 freiwillige Helferinnen und Helfer stehen im Einsatz, 20 Sattelschlepper Material und 120 Kubikmeter Sägemehl werden angeliefert, 1'800 Menüs fürs Bankett zubereitet und gut 7'000 Würste über die Theke gehen. Einige wenige Zahlen zeigen eindrücklich die Grössenordnung dieses Schwingfestes im Gründenmoos. «Wir haben lange darauf hingearbeitet», erklärt OK-Präsident Michael Götte und erinnert an der Platzbegehung daran, dass man ursprünglich das ESAF 2025 nach St.Gallen holen wollte. Dieses wurde bekanntlich nach Mollis ins ländliche Glarnerland vergeben. Und doch wird St.Gallen nun am Sonntag Schauplatz eines bedeutenden Schwingfestes. Während für das ESAF das Breitfeld vorgesehen gewesen wäre, entschied sich das OK beim NOS für das Gründenmoos als Austragungsort, das für ein Eidgenössisches von der Grösse her nicht ausgereicht hätte. «Wir wollten möglichst zentral in der Stadt sein. Aber in der Kreuzbleiche wäre die Herausforderung mit der Parkierung kaum zu bewältigen gewesen und so haben wir uns auch wegen der bereits vorhandenen Tribüne für diesen Austragungsort entschieden», erklärt Götte, während im Hintergrund die Zivilschützer an den beiden zusätzlichen, provisorischen Tribünen werken. Hundert Tonnen Stahl umfassen sie, beschwert werden diese mit insgesamt 30 Tonnen Gewichtssteinen, erklärt Bauchef Hansueli Frei. Ein grosser Aufwand werde auch für Bodenschutzmassnahmen betrieben, da der Rasen erst in diesem Jahr für den CSIO St.Gallen aufgewertet wurde.
Bau und Infrastruktur sind denn auch der deutlich grösste Ausgabenposten im Budget von 900'000 Franken, wie Tino Stadler als stellvertretender Finanzchef und Verantwortlicher Ticketing erklärt. Über die Hälfte des Budgets werde mit Sponsorenbeiträgen aus dem lokalen Gewerbe bestritten – und dies obwohl in der Schwingarena keine Logos präsent sein dürfen. Eine wichtige Einnahmequelle ist auch der Ticketverkauf. «Auch im städtischen Umfeld muss man sich keine Sorgen machen, dass Tickets für ein NOS nicht weggehen. Allein am ersten Tag des Vorverkaufs haben wir über 1000 Tickets abgesetzt», erklärt Stadler. Während die Rasensitzplätze als erstes ausverkauft waren, sind noch rund 140 Tribünenplätze verfügbar. Zusätzlich zu den rund 6'000 Sitzplätzen können ausserdem rund 2'000 Stehplätze verkauft werden, so dass auch Kurzentschlossene am Sonntag noch einen Platz in der Arena finden sollten.
Unter den Zuschauerinnen und Zuschauern werden auch zahlreiche Freiwillige sein, die sich fürs NOS engagieren, wobei rund zwei Drittel von ihnen am Festtag selbst im Einsatz stehen, wie Markus Frauenfelder, Helfer- und Personalchef, erklärt. Insgesamt leisten die Freiwilligen rund 7'000 Helferstunden, die restlichen gut 1'500 Einsatzstunden werden vom Zivilschutz und einigen Profis in der Gastronomie geleistet. Frauenfelder verhehlt nicht, dass sich die Helfersuche nicht eben einfach gestaltete. Auf der einen Seite sei es kein wiederkehrender Anlass, bei dem man auf einen bestehenden Helferpool zurückgreifen könne, auf der anderen Seite sei auch der Termin kurz vor den Sommerferien und mit verschiedenen anderen Anlässen für die Helfersuche nicht ideal. «Und doch haben wir genügend Schwingerfreunde gefunden, die sich engagieren», freut sich Frauenfelder. So steht einem gelungenen Fest aus organisatorischer Sicht nichts mehr im Weg. Nun müssen nur noch die Protagonisten im Sägemehlring liefern.
158 Schwinger werden am Sonntag in St.Gallen um den Sieg am Nordostschweizer Schwingfest kämpfen. Zu den Favoriten gehören selbstredend die nun noch elf Eidgenossen, die nach zwei verletzungsbedingten Absagen im Gründenmoos mit von der Partie sind. Die beiden Topfavoriten sind der Thurgauer Samuel Giger und der Bündner Armon Orlik, die sich vor gut zwei Wochen am Glarner-Bündner Kantonalschwingfest den Sieg teilten. Dort fügte Orlik Giger die bisher einzige Niederlage in diesem Jahr zu. Zuletzt fehlte Giger zwar am Bündner-Glarner verletzungsbedingt, doch am Sonntag ist wieder mit dem Thurgauer zu rechnen. Zu Gigers grössten Konkurrenten gehören neben Orlik Marcel Räbsamen, Domenic Schneider und Damian Ott, die sich am Sonntag als Ostschweizer Gäste am Bergschwinget Schwarzsee allesamt in den vordersten Rängen klassierten. Gespannt sein darf man auch auf Werner Schlegel, der am Sonntag nach fast drei Monaten Verletzungspause zurückerwartet wird.
Unter den acht Gästen aus den anderen vier Teilverbänden ist nach der Absage des Berners Michael Ledermann kein Eidgenosse mehr mit von der Partie. An einem Teilverbandsfest mit 150 NOSV-Vertretern und acht Gästen – zwei aus jedem der anderen Teilverbände – wird ohnehin ein Sieg der Einheimischen erwartet. Entsprechend schwierig wird es das Kampfgericht den Gästen machen und ihnen lauter Hochkaräter vorsetzen, solange sie an der Ranglistenspitze mitmischen. Die Einteilung fürs Anschwingen wird für Freitagmittag erwartet. Auf die Gäste dürften bereits im ersten Gang starke Nordostschweizer warten. Sollte einer der auswärtigen Teilverbands-/Bergfest-Kranzer das NOS gewinnen, wäre dies eine echte Sensation. Viel eher sind regional heisse Duelle unter den Nordostschweizern zu erwarten. Schliesslich wollen sich sämtliche Spitzenschwinger in eine gute Ausgangslage für das ESAF bringen, das Ende August in Mollis stattfindet.
Von Tobias Baumann
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