Hüppi und der VR bleibt – Putschisten geben Aktienanteile ab
Der Verwaltungsrat rund um FCSG-Präsident Matthias Hüppi geht gemeinsam in die Zukunft. Die Putschisten haben gewaltig das Nachsehen.
Philipp Bienz (Fortimo AG), Reto Preisig (Brauerei Schützengarten AG) und Matthias Hüppi an der Pressekonferenz am Mittwochvormittag. Weder Patrick Thoma noch Roland Gutjahr waren vor Ort.
Der Verwaltungsrat rund um FCSG-Präsident Matthias Hüppi geht gemeinsam in die Zukunft. Die Putschisten haben gewaltig das Nachsehen.
FC St.Gallen Noch bevor die Pressekonferenz im Kybunpark begann, liess Matthias Hüppi darauf hindeuten, dass der Zwist zwischen Aktionariat und Verwaltungsrat ziemlich sicher zugunsten des Präsidenten und des amtierenden Verwaltungsrats entschieden werden konnte. Weil Medienchef Remo Blumenthal hinter dem «Chübel» kaum zu sehen war, sagte Hüppi mit einem Lachen: «Es gibt Blöderes, als hinter einem Pokal zu verschwinden.»
So beispielsweise ein Machtkampf zwischen Aktionären und dem Verwaltungsrat. Kurz nach dem Cupfinal liess Hüppi im SRF-Interview Dampf ab. «Ultraharte Wochen und Monate» habe er hinter sich. «Verschiedene Kräfte» würden im Club wirken. Seine Aufgabe sei es gewesen, «Schaden vom Club fernzuhalten». Und weiter sagte er am Pfingstsonntag, es gebe «Tendenzen», die man «in dieser Form nicht akzeptieren werde.» Es war der Beginn eines Putschversuchs – den die Medien dankend angenommen hatten.
Dann weicht das Lachen in Hüppis Gesicht. Die Pressekonferenz hat begonnen. In einem Monolog und den Tränen nahe spricht Hüppi etwa fünf Minuten darüber, wie wichtig ihm das Wohl des Clubs sei. «Das ist und bleibt mein Motto!» Nachdem er die Mannschaftsleistung gelobt hat, geht Hüppi auf das eigentliche Thema ein: «Das Interview nach dem Finalspiel war nicht geplant. So clever bin ich nicht!» Es sei ihm herausgerutscht.
Und dann kam die Befreiung für die vielen Fans, Sympathisanten und alle anderen, die hinter dem amtierenden Verwaltungsrat stehen: «Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer, Benedikt Würth und ich gehen gemeinsam in die Zukunft», sagte Hüppi. Er sei nach wie vor bereit, für die Unabhängigkeit des Clubs alles zu geben. So offenbar auch die anderen vier Verwaltungsratsmitglieder. «Die Kollegen haben ihren Rücktritt widerrufen», so Hüppi. Wie lange der VR bleiben wird, sei noch offen.
Was für die einen nach dem Cupsieg erneute Freudentränen auslösen dürfte, schmerzt bei Patrick Thoma, Roland Gutjahr und Stefan Kölliker wohl umso mehr. Denn nach Hüppi übernahm Reto Preisig, CEO der Schützengarten AG und Grossaktionär, das Wort. «Per sofort werden Patrick Thoma, Roland Gutjahr sowie Martin Jäger und Ernst Eisenhut ihre Aktienanteile – jeweils zwischen 6 bis 15 Prozent – verkaufen.» Ein Paukenschlag, den man ehrlicherweise kurz vor der Pressekonferenz hat kommen sehen. Dennoch: Für die Putschisten Thoma, Gutjahr und auch Stefan Kölliker, der sich einen Tag vor der PK im SRF-Interview als Möchtegern-Präsidenten hinstellte, ein herber Tritt in die Magengrube. Thoma wie auch Gutjahr scheinen den Club nicht wirklich zu verstehen. Denn mit ihrem Angriff auf Hüppi und den restlichen VR haben sie es nicht nur mit einer Einzelperson und dem VR aufgenommen, sondern mit einer grün-weissen Bewegung, die weit über die Stadtgrenzen hinaus wirkt.. Ausserdem scheint es den Putschisten an Weitsicht zu fehlen: bis heute weiss man nicht, was sie mit dem Ganzen erreichen wollten.
Die freigewordenen Aktien werden zu gleichen Teilen zwischen den bestehenden Aktionären aufgeteilt.
Nun will der amtierende VR das Thema um die Unruhen abschliessen, sagt Hüppi. Gleichzeitig räumt der Präsident auch ein, dass seit März 2025 über eine Nachfolge im Präsidium beim Verwaltungsrat diskutiert werde. «Ein möglicher Nachfolger soll aber behutsam aufgebaut werden», so Hüppi. Dasselbe gelte auch für die Mitglieder des Verwaltungsrates.
Zur Zukunft meinte Hüppi: «Klar hat man einen Marwin Hitz oder einen Tranquillo Barnetta auf dem Zettel. Gut möglich, dass diese Namen dann irgendwann auch eingebunden werden.» Man habe aktuell aber noch genügend Zeit.
Zum Schluss der PK fragte ein anwesender Journalist, ob ein Verkauf des Clubs – war auch ein Thema in den vergangenen Tagen – zur Debatte stehe. Für alle drei Anwesenden ist dies aber kein Thema. Preisig bestätigt jedoch, dass es immer mal wieder Interesse am Club gegeben hatte, aber die Diskussionen darüber jeweils schnell beendet waren.
Von Marino Walser
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